Eigentlich hätte die diesjährige Herren-Europameisterschaft in England stattfinden sollen. Doch die Tatsache, dass der englische Verband aufgrund von Problemen in der vorgesehenen Spielstätte das Turnier nicht austragen konnte, beschert der Deutschen Nationalmannschaft ein Heimspiel. Denn während andere Verbände in der Kürze nicht einspringen konnten, erklärten sich der Crefelder SC bereit, das diesjährige Saison-Highlight des internationalen Skaterhockeys auszurichten.

Ähnlich wie bei der U19 tritt die deutsche Herren-Nationalmannschaft mit einem nahezu komplett neuen Trainer- und Funktionsteam an. Die beiden langjährigen Betreuer Norbert Böckels und Achim Schneider sind geblieben, alle anderen Gesichter sind neu: Cheftrainer Marcus Drücker, seine beiden Assistenztrainer Roman Tellers und René Hippler sowie Manager Michael Hufenstuhl und Physiotherapeutin Kerstin Holzapfel sind bekannte Gesichter in der deutschen Skaterhockey-Community. Komplettiert wird der Funktionsstab durch Manfred Heuten und Marco Friesl, die die neu geschaffenen Positionen des Masseurs und Athletiktrainers bekleiden werden.

In der Aufstellung der deutschen Mannschaft finden sich noch 12 Europameister aus Amstetten, dazu kommt Pascal Rüwald, der 2024 verletzungsbedingt die EM verpasste, aber seit dem Corona-Restart eine feste Größe im deutschen Team war. Mit Fabian Lenz und Dominik Luft stehen zwei Rückkehrer und mit Marvin Frenzel, Max Drücker, Maxim Bernhardt, Joachim Könning und Jan Wrede fünf Debütanten im Aufgebot.

Ziel des Teams ist natürlich wie immer der EM-Titel und alles daran zu setzen, der beeindruckende Erfolgsbilanz der deutschen Herren-Nationalmannschaft ein weiteres Kapitel zu ergänzen. Seit 2022 stehen drei Europameistertitel in Serie zu Buche, ein vierter Titel in Folge wäre im Herrenbereich ein Novum.

Keine große Überraschung ist es, dass der härteste Konkurrent dabei aus der Schweiz kommen wird. Siegte Deutschland gegen die Eidgenossen vor zwei Jahren im Finale von Rossemaison, dem Wohnzimmer des Schweizer Skaterhockeys, noch klar und überlegen mit 9:4, war das Herzschlagfinale von Amstetten eine deutlich knappere Geschichte. Nachdem Deutschland in der Schlussphase beim Spielstand von 4:4 eine über einminütige doppelte Unterzahl überstand, gelang der ISHD-Auswahl zwei Sekunden vor Schluss der Siegtreffer. Man darf gespannt sein, welche Geschichte das Turnier in Krefeld schreiben wird.

Der deutsche Kader in der Übersicht:
Tor:
1 Christoph Oster (Düsseldorf Rams), 30 Max Drücker (Crash Eagles Kaarst), 31 Marvin Frenzel (ESC Eagles Essen-West)

Abwehr:
2 Joachim Könning (ESC Eagles Essen-West), 6 Felix Wuschech (Crash Eagles Kaarst), 7 Dustin Diem (Crefelder SC), 10 Christian Schmidt (Düsseldorf Rams), 11 Pascal Rüwald (Crefelder SC), 18 Sebastian Schneider (ESC Eagles Essen-West), 21 Colin Dehnke „A“ (Düsseldorf Rams), 22 Dean Conner Flemming (Rhein-Main Patriots), 23 David Lademann (Rhein-Main Patriots)

Sturm:
5 Tim Strasser (Bissendorfer Panther), 8 Jan Wrede (Crash Eagles Kaarst), 9 Max Meyer (Bockumer Bulldogs), 13 Thimo Dietrich „C“ (Crash Eagles Kaarst), 15 Maxim Bernhardt (Deggendorf Pflanz), 17 Jean-Lennert Reckert (Bissendorfer Panther), 26 Fabian Lenz (ESC Eagles Essen-West), 29 Dominik Luft (ESC Eagles Essen-West)